Alles übers Go

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BGoV

Regeln

Material

Sie benötigen einen Satz weißer Steine (180 Stück), einen Satz schwarzer Steine (181 Stück) und ein Brett mit Koordinatenlinien. Je nach Größe unterscheidet man zwischen der traditionellen Linienanzahl 19x19, 13x13 und 9x9.

Ziel

Das wohl verbreitetste Ziel eines jeden Spieles ist, dass der Gegenspieler besiegt wird. Dies wird meist durch das Erlangen eines höheren Punktestandes erreicht. Auch Go bietet dieses Ziel an.

Go bietet aber noch weitere Spielziele und lässt Ihnen die Möglichkeit offen eigene Ziele zu bestimmen. So könnten Sie beispielsweise versuchen den Punkteabstand zwischen sich und Ihrem Mitspieler so gering wie möglich zu halten. Ein weiteres Ziel könnte sein, dass Sie versuchen gewisse Gebiete des Spielbrettes zu dominieren.

Farbzuweisung

Sind Sie und Ihr Mitspieler annähernd gleich stark, so können Sie das Nigiri durchführen. Beim Nigiri nimmt der ältere Spieler eine Handvoll schwarzer Steine und legt sie verdeckt auf das Brett. Der jüngere Spieler legt nun einen oder zwei weiße Steine, um zu signalisieren, dass er eine gerade oder ungerade Anzahl von schwarzen Steinen schätzt. Hat er richtig vermutet, so bekommt er Schwarz, andernfalls Weiß.

Wenn Ihr Mitspieler schon Erfahrung im Go gemacht hat, wird er wohl der stärkere sein und bekommt daher weiß. Vereinbaren Sie jetzt den Komi-Wert. Je stärker Ihr Mitspieler ist, desto mehr Vorgabesteine muss er Ihnen zugestehen.

Steine setzen

Sind Sie der schwarze Spieler? Dann beginnen Sie die Partie, indem Sie Ihrem Mitspieler eine „Schöne Partie“ (jap.: onegaishimasu) wünschen. Ihr Mitspieler wird Ihnen ein Gleiches tun. Schwarz beginnt die Partie mit dem Setzen der Vorgabesteine. Anschließend werden Ihr Mitspieler und Sie abwechselnd einen Spielstein auf das Brett legen.

Ketten und Figuren stecken Gebiet ab

Mit Freunden ist man stark! Dieses Prinzip gilt auch beim Go. Platzieren Sie Ihre Steine so, dass diese durch die Brettlinien verkettet werden, wie Perlen durch eine Schnur. Mit einer Kette können Sie Schnittpunkte auf dem Brett einzäunen. Diese eingegrenzten und unbelegten Schnittpunkte nennt man Gebiet, das später gewichtig in die Punkteberechnung eingeht.

Eine weitere Möglichkeit Gebiet zu machen ist, wenn Sie Figuren aus mehreren Ketten bilden. Figuren bestehen aus Ketten, die nicht direkt durch Brettlinien verbunden sind, sondern durch zwei diagonal gelagerte Schnittpunkte "verbunden" sind.

Verbotener Zug und Ausnahme

Grundsätzlich ist es verboten einen Stein zu platzieren, der keine Freiheiten besitzt! Es gibt nur einen Sonderfall, dieser besagt, dass ein solcher Stein gesetzt werden darf, wenn er einen feindlichen Stein, eine feindliche Kette/Figur schlägt.

Schlagen von Steinen

Jeder Stein besitzt bei seiner Platzierung auf dem Brett eine gewisse Anzahl an Freiheiten. Diese Freiheiten lassen sich anhand der Linien zählen, die vom Schnittpunkt ausgehen, auf den der Stein gesetzt worden ist. So besitzt ein Stein im Zentrum maximal vier Freiheiten, ein Stein am Rand bis zu drei und ein Stein in der Ecke maximal zwei Freiheiten. Warum maximal? Maximal, weil jeder anliegende Stein eine Freiheit entzieht. Hat ein Stein alle Freiheiten verloren, so ist zu prüfen, ob er sie durch feindliche Steine oder eigene Steine entzogen bekommen hat. Sind die Freiheiten durch feindliche Steine entzogen worden, so ist der Stein geschlagen und wird vom Brett entfernt. Das gleiche Prinzip findet auch bei Ketten und Figuren Anwendung.

Ko

Sie wissen nun wie geschlagen wird und möglicherweise ist Ihnen auch aufgefallen, dass es einen Stellungstyp gibt, der einen ständigen Wiederschlag erlaubt. Da dieser ewig geführt werden könnte, wird er Ko (jap.: ewig) genannt und mit einem Zwischenzug belegt. Das bedeutet, dass bevor der Ko-Schlag erwidert werden darf, ein Zwischenzug gemacht werden muss, meist wird hierbei ein anderes Ko gespielt.

Spielende

Das Spiel gilt als beendet, wenn beide Spieler keinen Zug mehr durchführen können, der Ihnen Gebiet einbringt oder das Gebiet des Mitspielers verringert, aber auch wenn beide Spieler hintereinander durch Passen ihren Zug verstreichen lassen. Eine weitere Möglichkeit das Spiel zu beenden, ist durch Aufgabe.

Zählen der Punkte

Für das Zählen der Punkte gibt es zwei verbreitete Verfahren. Bei der chinesischen Zählweise zählen Sie die Steine und das Gebiet einer Farbe. Die gefangenen Steine bringen keine Punkte, daher können Sie diese dem Gegenspieler zurückgeben oder in sein Gebiet legen.

Bei der japanischen Zählweise legen Sie die gefangenen Steine in das farblich zugehörige Gebiet. Nun zählen Sie ausschließlich die Gebietspunkte.

Da sich im Laufe der Jahrhunderte herausgestellt hat, dass bei einer Gleichauf-Partie Schwarz einen kleinen potentiellen Punktvorteil gegenüber Weiß hat, wurde ein Komi eingeführt, dessen Punkte in die Berechnung des Spielergebnisses einbezogen werden.

Jetzt kennen Sie die Spielregeln und können eine Partie von der Eröffnung bis zur Siegerehrung durchführen.